Wilfried Kirner
Grafiker & Klangkünstler, früher nebenberuflich Jazzmusiker, hat in den 70er Jahren angefangen in Tonbandtechnik kleine Klangkunstwerke zu erstellen. In den 90ern hat er sie dann mit Hilfe des Computers weiterentwickelt und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern gesucht.
Er versucht Symbiosen aus optischen und klanglichen Kunstwerken herzustellen. So entstehen Klangkollagen, die in Kunstausstellungsräumen während der Ausstellungszeit über Raumlautsprecher abgespielt werden und Playback-Klangkollagen für Veranstaltungen wie z.b. Vernissagen, bei denen er selbst mit dem Kontrabass live dazu spielt.
Dabei ist natürlich wichtig: entweder sollte sich die Komposition auf ein einzelnes Kunstwerk, auf eine Kunstwerkreihe oder auf das Gesamtwerk des ausstellenden Künstlers, beziehen.
Mit dem gleichen Anspruch hat Wilfried Kirner auch versucht Symbiosen mit Räumen, in denen Klangkunstwerke erklingen sollen, herzustellen. Dabei kann neben der Raumatmosphäre, alles was optisch und akustisch im unveränderten Raum wahrnehmbar ist, für die Komposition wichtig sein.
Er arbeitet auch mit Landschaftsräumen. Ein größeres Werk für die Bühne war z.B. "Fahrt durch das Nordrachtal im Schwarzwald". Zuvor hat Kirner während einer Fahrt mit dem Rad durch das Tal alle Geräusche mit einem Kunstkopfmikrofon aufgenommen. Die danach erstellte Komposition für Computer und Kontrabass wurde dann bei der Veranstaltung "Nordracher Holzwoche" mit Wilfried Kirner als Solist aufgeführt.
Ein großer Glücksfall war die Begegnung mit dem Bildhauer Armin Göhringer, der Mitte der 90er Jahre eine Serie von Holzskulpturen mit der Bezeichnung "Kreuzschichtungen" herstellte. Bei dieser Arbeitsweise entstanden aus einem Holzblock Stäbe, mit etwa einem Zentimeter im Quadrat. Kirner entdeckte nun in Göhringers Werkstatt eine ganz bestimmte Skulptur, die beim Anschlagen mit einem Gegenstand unterschiedliche Tonhöhen hörbar machte, die er seither ohne jegliche Veränderung als Klanginstrument verwenden kann.
Für die daraus entstandenen Kompositionen "10 Miniaturen für Skulptur" nimmt er zur Klangerzeugung den Kontrabassbogen, verschiedene Klöppel oder einfach nur seine Hände. Dies ist also die weitgehenst mögliche Symbiose von optischer- und klanglicher- Kunst.
Mit Lyrik von José Oliver geht eine dieser Miniaturen für Skulptur eine zusätzliche Symbiose ein..
Auch in weiteren Klangkunstwerken (Computerkompositionen) von Wilfried Kirner sind Sounds dieser Holzskulptur von Armin Göhringer zu hören.